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Mit der Bahn zum Seminar


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Neue Gäste im Fachbereich Theater in 2011 und 2012

Romi Domkowsky

Dr. Romi Domkowsky

Von der Improvisation zu Rolle, Szene, Mitspiel

D 113

Berufsbegleitende Fortbildung in 4 Kursphasen

  1. Phase 18.-22.Juli 2011
  2. Phase 5.-9. Dezember 2011
  3. Phase 26. – 30. März 2012
  4. /5. Phase 22. – 29. Juni 2012

Theaterpädagogin (M.A.), Diplomsozialpädagogin, Master in Theaterpädagogik der UdK Berlin, Doktorandin an der UdK, Institut TheaterpädagogikDozentin an der Alice Salomon Hochschule Berlin, der Evangelischen Hochschule Berlin, der Katholischen Hochschule Berlin und der Bundeswehrfachschule BerlinAutorin von „Erkundigungen über langfristige Wirkungen des Theaterspielens. Eine qualitative Untersuchung. Auf Spurensuche“, VDM Verlag Dr. Müller

Gitta Martens, Leiterin des Fachbereichs Theater an der Akademie Remscheid interviewt Romi Domkowski, die im Sommer 2011 die Leitung der Grundlagenfortbildung im Rahmen des Curriculums Theater der Akademie übernimmt.

  1. Liebe Romi, Du hast schon sehr langjährige Erfahrungen in der Leitung theaterpädagogischer Prozesse in den verschiedenen Praxisfeldern und in der Vermittlung theaterpädagogischer Inhalte in der Ausbildung. Welche Erfahrungen bringst Du in die Konzeptionierung und Leitung der Grundlagenfortbildung „Von der Improvisation zu Rolle, Szene, Mitspiel“ an der Akademie Remscheid ein.

    Seit 2003 arbeite ich an verschiedenen Berliner Hochschulen in der Ausbildung von Pädagogen/innen. Mein Schwerpunkt ist dabei die Ästhetische Bildung, insbesondere die Theaterpädagogik. Für viele Studierende ist das ein erster Kontakt mit Theaterarbeit und Theaterpädagogik. Deswegen geht es in den Seminaren meist erstmal um Grundlagenarbeit, das heißt, den eigenen Körper als Ausdrucksmittel zu erkennen, sich selbst als Medium einer Darstellung zu erfahren, sich präsentieren zu können. Der erste Kontakt mit szenischer Arbeit geht dann fast immer über die Improvisation. Alles Weitere setzt dort an.

    Ich bin selbst Sozial- und Theaterpädagogin und habe bereits in meinem ersten Studium mit dem Schwerpunkt Spiel-, Theater- und Musikpädagogik studiert. Nachdem ich ein Jahr lang ein Community Theater Projekt durchgeführt habe, begann ich dann mit dem Theaterpädagogik-Studium an der Universität der Künste in Berlin.

    Natürlich habe ich als Jugendliche selbst Theater gespielt und bin unheimlich viel ins Theater gegangen. Außerdem habe ich am Hans Otto Theater Potsdam beim dortigen Kinder- und Jugendtheater und am Geraer Stadttheater als Theaterpädagogin gearbeitet. 

  2. An welchen Orten und mit welchen Formen hast Du bisher Theater gemacht?

    Wie bereits erwähnt, habe ich als Theaterpädagogin an Theatern gearbeitet. Inhaltlich ging es da neben der Leitung von Jugendtheaterprojekten vor allem um dramaturgische Begleitung von Inszenierungen, theaterpädagogische Vor- und Nachbereitungen. Sehr lange schon mache ich Theater in sozialen Feldern, in der Gemeinwesenarbeit (Community Theater mit Improvisation und Forum-Theater), in der sozialen Gruppenarbeit (Musical- und Zirkustheater) und im interkulturellen Kontext (beim Verein für Kinder- und Jugendkultursozialarbeit Zirkus Internationale e.V., Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, Bewegungstheater, Zirkustheater, Performancetheater, Erarbeitung von Inszenierungen aus Improvisationen). Oft habe ich in Kooperationen mit Schulen gearbeitet. Seit ca. einem Jahr spiele ich auch mit kleinen Kindern (ab 4 Jahren) Theater.

  3. Romi, Du schreibst Deine Doktorarbeit üb er die Wirkungen des Theaterspiels. Welchen Gewinn hat das Theaterspielen aufgrund deiner Erfahrungen und deiner Forschung für Kinder und Jugendliche

    Trotz oder wegen meiner Forschungen über das Theaterspielen und seine Wirkungen auf junge Menschen bin ich davon abgekommen, in erster Linie nach Transferqualitäten zu suchen. Vielmehr ist Theater für mich noch immer ein Mysterium mit einer Faszination, die vor allem den kreativen Prozessen inne wohnt. Daher möchte ich alle, mit denen ich Theater mache, erst einmal dazu verführen, die ästhetischen Erfahrungen zu machen, die das Theater bereit hält. Ich bin davon überzeugt, dass niemand vorher bestimmen kann, was bei der Einzelnen oder dem Einzelnen passieren wird, wie Theater eventuell die Persönlichkeitsentwicklung beeinflussen kann. Und es ist ja auch bekannt, dass Veränderungen nur geschehen, wenn künstlerische Prozesse tatsächlich in ihrer Ernsthaftigkeit durchlebt werden. Von daher denke ich, das Erlebnis Theater stellt an sich einen Gewinn dar. Alles andere kann folgen, muss aber nicht. 

  4. Wie setzt Du das Verhältnis von Prozess und Produkt in Deiner Arbeit mit Laien?

    Eine schwierige Frage. Grundsätzlich arbeite ich prozessorientiert, mit der Option für die Theatergruppe, an einer Inszenierung zu arbeiten, wenn sie das möchte. Die Verantwortung für die Entscheidung, ob es eine Aufführung geben soll, hat immer die Gruppe – egal ob ich mit Fünfjährigen oder mit 15-Jährigen arbeite.

    In der Grundlagenfortbildung wirst Du das Verständnis der zukünftigen Theaterpädagogen in bezug auf Spielen, Inszenieren, Leiten von Gruppen ganz grundlegend prägen. Welche Qualifikationen muss eine Theaterpädagogin erwerben, worauf wirst Du besonders achten bei der Vermittlung

    Es gibt ja immer diese ellenlangen Listen, was man als Theaterpädagoge/in alles sein und können muss. Die sind natürlich nicht falsch. Es ist ein unheimlich vielseitiger  und abwechslungsreicher Beruf mit einem sehr breiten Spektrum. Als ich in einem Jahr sowohl in meinem freien Projekt als auch am Theater gearbeitet habe, wurde mir besonders deutlich, wie viele Theaterberufe ich bei einer Inszenierung mit den Kindern eigentlich gleichzeitig ausfüllte (das ging von der Inspizienz über die Dramaturgie, die Öffentlichkeitsarbeit bis hin zur Spielleitung – und dazwischen immer noch weitere Arbeitsfelder), während ich als Dramaturgin am Theater mich allein auf einen Ausschnitt konzentrieren konnte.

    Ich denke aber, dass es neben einer sehr guten Ausbildung, also einer Fülle an theatral-methodischen Kenntnissen und pädagogischen Fähigkeiten, vor allem auf die Haltung ankommt. Die sollte, meiner Ansicht nach, eine offene, an den Ressourcen der Spieler orientierte, partizipative sein. Kreativität und Improvisationstalent in der Leitung gehören auch dazu. Wesentlich ist aber auch: sich selbst als Person zurücknehmen zu können, sich eher als Ermöglicherin, Moderatorin, Beraterin, Begleiterin und (methodische) Unterstützerin verstehen. Ich finde besonders reizvoll an dem Beruf, immer auch selbst Lernende und Forschende in einem theatralen Gestaltungsprozess zu sein.

    Liebe Romi, ich danke Dir für die Beantwortung der Fragen. 

Thomas Aye

Thomas Aye

Biografisches Theater
D 122
Werkstattkurs: 22. - 26. Oktober 2012

Thomas Aye unterrichtet seit 2004 begleitend zu seinem Arbeitsbuch "Praxis Schauspiel" (Schibri Verlag, Milow, 3. Auflage 2007) Regisseure, Schauspieler und Theaterpädagogen. Er war als Gast u.a. an der Theaterakademie Hamburg im Fachbereich Schauspiel-Regie, an der Hochschule für Bildende Kunst in Braunschweig, der Theater-Akademie-Stuttgart, der Universität Hildesheim, an der Hochschule für Film und Fernsehen Potsdam-Babelsberg und der Akademie Remscheid tätig. Thomas Aye ist Regisseur und schreibt als Fachbuchautor neben dem Schibri-Verlag auch für den Duden Verlag. Er ist Initiator und Produzent des Buch- und Dokumentarfilmprojektes „Hoffnung Fußball“ über Straßenfußball in Südafrika, Brasilien und Deutschland und Leiter des "Schauspielpädagogischen Seminars Berlin".

Veröffentlichungen

Kordula Lobeck de Fabris

Kordula Lobeck de Fabris

Inszenierungsprojekt
D 123
1. Phase: 9.- 16.11. 2012 (8 Tage)
2. Phase: Ende Januar/Anfang Februar 2013 (10 Tage)
3. Phase: März 2013 (6 Tage)
Genaue Daten für 2013 ab April 2012

Regisseurin und Leiterin interkultureller Jugendtheaterprojekte,
Interkulturelle Beratung des Evangelischen Zentrums für innovative Seniorenarbeit (Projektverbund Diakonisches Werk Rheinland, Landeskirche und Erwachsenenbildung),
Künstlerische Leitung von „ Unter Wasser fliegen“, Verein für internationalen Kulturaustausch mit angeschlossenem Theaternetzwerk, Organisatorin internationaler Theaterbegegnungen zu den Themen Kunst, Jugend, Senioren, Gefangene und TheaterFestivals im Rahmen des internationalen Frauentheaternetzes „Magdalenaprojekt, Frauen im Gruppentheater“, interkultureller Events
Langjährige Kooperationspartnerin des FBR Theater bei den Projekten „Internationales Theaterseminar“ und „Inszenierungsprojekte“.

Reinhard Gagel

Dr. Reinhard Gagel

Musik im Theater – Theatermusik
D 120
Werkstattkurs: 22. – 29. Juni 2012

Die künstlerische Arbeit von Reinhard Gagel umfasst musikalische Improvisation (Tasten, Moog Syntheziser), Projekte zwischen Medien und Musikstilen (Zapping Projekte, Musiktheater), Malerei, Installation und Materialcollagen sowie Reflexion und Forschung in Form von Publikationen und Lecture Performances.Veröffentlichungen: Improvisation als soziale Kunst, Schott Verlag Mainz (2010), Artikel in Fachzeitschriften. CD Release: Improvisiakum, Obst Label 2010