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Prof. Dr. phil. Max Fuchs: Kulturpädagogik und Schule im gesellschaftlichen Wandel
Alte und neue Herausforderungen für die Theorie und Praxis von Bildung
und Erziehung - Ein
Versuch
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Über dieses Buch
Die Debatte über das schlechte Abschneiden deutscher SchülerInnen
bei PISA betrifft
nicht nur die Möglichkeiten und Ziele einer Schulreform:
Inzwischen sind auch die Jugend- und die Kulturpolitik intensiv mit Bildungsfragen
befasst. Insbesondere ist es die Ganztagsschule, die die Arbeitsmöglichkeiten
der Jugendkulturarbeit entscheidend verändern
wird. Es kommt daher darauf an, für eine solche Schule Möglichkeiten
einer gelingenden Kooperation mit
außerschulischen Einrichtungen und Projekten zu entwickeln. Diese eher
pragmatisch klingende Aufgabe führt jedoch zu zentralen Problemen einer
Grundlegung der pädagogischen Arbeit innerhalb und außerhalb
der Schule.
Der vorliegende Text entwickelt in seinem ersten Teil den Gedanken einer
grundsätzlichen Widersprüchlichkeit
der Moderne, die sich vor allem an nicht realisierten Versprechungen gegenüber
dem Subjekt festmacht (Freiheit, Autonomie). Diese Widersprüchlichkeit
verschärft sich
zur Zeit durch die Wandlungsprozesse, die mit dem Ende einer industriekapitalistischen
Lohnarbeitsgesellschaft verbunden sind. Schule und Jugendarbeit sind
daher gleich zweimal empfindlich getroffen: durch PISA und
die verschiedenen Reformbemühungen,
aber auch durch die zur Zeit stattfindende Neujustierung der öffentlichen
Verantwortung für Bildung
und Jugend. In dieser Situation stellen sich einige sehr tiefgehende Fragen,
die auch die theoretischen Grundlagen der Pädagogik betreffen.
Der zweite Teil des Textes befasst sich daher sowohl mit Fragen einer
theoretischen Grundlegung, aber auch mit dem praktischen Problem der Kooperation
von
Schule und Jugendarbeit. Ein Ergebnis der Untersuchungen besteht in der
erneuten Bestätigung
der Zusammengehörigkeit von Politik und Pädagogik. Insbesondere
wird die Hoffnung formuliert, dass das "autonome Subjekt"sich
auch einmischen wird in eine humane
Gestaltung der Gesellschaft und deshalb die Schule und die Jugendarbeit
nicht einer inhumanen neoliberalen Denkweise preisgeben wird.
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